„Es gibt auch gute Schulden!“
Eine Lachnummer : „Es gibt auch gute Schulden!“ Hans-Hugo Papen
Nach Aussagen des Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim (Berichterstattung vom 11.o8.) gibt es auch gute Schulden – dieses lässt die Art des Denkens über Finanzen erkennen. Nach meinem Wissen gibt es nur den Unterschied zwischen Fremd- oder Eigenkapital. Schon diese Bezeichnung gibt zu erkennen, dass es sich bei den Schulden um fremdes Kapital handelt. Es gibt durchaus Notwendigkeiten zur Aufnahme von Fremdkapital (sprich Schulden), die Aufnahme kann auch sinnvoll oder aber wünschenswert sein – es bleibt aber immer noch fremdes Kapital = Schulden!
Die Politik in NRW hat sich nun mehrheitlich entschlossen, dass z.B. die Studiengebühren abgeschafft werden sollen, obwohl hierfür dann der Anteil an Fremdkapital (Schulden) aufgestockt werden muss. Würde es jedoch bei den Studiengebühren bleiben, den Universitäten diese Einnahme belassen und den Studenten eine Darlehensfinanzierung angeboten, so könnten diese ihr Studium mit fremden Kapital finanzieren, hätten dann jedoch Schulden die sie dann selbst nach abgeschlossenem Studium aus dem dann hoffentlich guten Einkommen tilgen könnten. Es bliebe dann immer noch Fremdkapital, dann jedoch zu Lasten eines Vorteilnehmers, welcher auch selbst die Tilgung übernehmen müsste. Selbst diese Version ist noch nicht als gute Verschuldung zu bezeichnen, immerhin kann jedoch von einer sinnvollen Fremdkapital-Aufnahme gesprochen werden.
Auch ein Lokalpolitiker aus Rheurdt (Berichterstattung vom 14.o8.) hat erkennbar ein gestörtes Verhältnis zu den Finanzen der öffentlichen Verwaltung. Da erarbeitet die Verwaltung der Gemeinde Rheurdt einen Katalog, in welchem die Möglichkeiten von Einsparungen aufgelistet werden. Es darf bei einer solchen Übersicht meines Erachtens zuerst einmal kein Tabu geben, sonst ist eine sachliche und zielorientierte Überprüfung und Beratung vor einer abschließenden Beschlussfassung eindeutig nicht möglich. Die Bevölkerung der Gemeinde Rheurdt und erst recht die Ratsmitglieder sollten für diese Arbeit der Verwaltung dankbar sein: So ergibt sich bei kritischer Betrachtung gegebenenfalls die Möglichkeit gute Dinge zu erhalten und wirklich vermeidbares zu streichen. Es ist für einen Kommunalpolitiker schon beschämend, wenn er eine solche Vorarbeit der Verwaltung, welche nach Absprache zuerst einmal vertraulich behandelt werden sollte, an die Öffentlichkeit zerrt und diese dann pauschal als Auflistung von Grausamkeiten bezeichnet. Dem Bericht kann dann inhaltlich entnommen werden, dass die Gemeinde derzeit noch mehrere Geschäftskonten (Girokonten) unterhält. Wenn dann die Aufgabe eines Kontos bei einer Einsparung von 50,-€ als Lachnummer bezeichnet wird, so zeugt dieses von politischem und wirtschaftlichem Unvermögen. Wie auch Gewerbetreibende es praktizieren kommt eine Gemeinde durchaus mit nur einem Geschäftskonto aus – oder will etwa Herr F. und andere Spaß-Politiker hier noch Konten für alle einzelnen Ortsteile eröffenen.
Einige unserer Volksvertreter sind – da hat liegt Herr F. aus Rh. wirklich richtig – eine Lachnummer! Nur sind leider die produzierten Ergebnisse Anlass zur Traurigkeit.